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Dienstag, 1. Dezember 2015

Das erste „Türchen“ der SingLiesel-Advents-Geschichten

Max und Sebastian saßen auf der Bank hinter dem Schuppen. In der Ferne hörten sie Fräulein Mayer nach ihrem Waldemar rufen. Fräulein Mayer war eine ältere Dame aus dem Nachbarhaus, die der Vater manchmal einfach nur „die alte Jungfer“ nannte. Max und Sebastian gingen ihr eigentlich lieber aus dem Weg; sie war zwar nicht unfreundlich zu den Buben, aber sie hatte immer eine Warnung oder einen guten Ratschlag parat, der die beiden Buben nicht die Bohne interessierte.


Waldemar war ihr Dackel, den sie heiß und innig liebte. Waldemar büxte oft aus. Dann hörte man Fräulein Mayer in der ganzen Gegend nach ihm rufen: „Waldemar, mein Hundchen, komm her zum Frauchen!“ Bei einem seiner Streifzüge war auch Waldemar Opfer eines Streichs der beiden Buben geworden: Als er wieder einmal allein durch die Gegend spazierte, schnappten sich Max und Sebastian den Dackel und banden ihm mehrere leere Dosen an den Schwanz. Ein lustiger Anblick!, fanden die beiden Buben, und welch ein herrlicher Lärm! Denn je mehr die Dosen hinter ihm schepperten, desto lauter bellte der Hund.

Als Fräulein Mayer ihren Waldemar entdeckte, befreite sie ihn gleich von seiner Last und jammerte: „Bestimmt waren das diese beiden Lausebengel von nebenan! Mein armer Waldi!“ „Wie können wir diesen Streich wiedergutmachen?“, überlegten die Buben. „Es soll etwas sein, worüber sich die alte Jungfer freut, aber auch der Dackel!“, sagte Sebastian. Nach einer Weile rief Max: „Ich hab’s! Wir backen Leberwurstkekse für Waldemar! Leberwurstkekse wird er bestimmt mögen!“

Gesagt, getan. Sie liefen in die Küche und verkneteten zunächst Haferflocken, Frischkäse, Leberwurst und ein Ei. Daraus formten sie walnussgroße Kugeln, die sie im Backofen buken. Noch einen Faden durchgezogen, und fertig war die Leberwurstkekskette. Als Fräulein Mayer mit Waldemar Gassi ging, nutzten Max und Sebastian die Gelegenheit und drapierten die Hundekuchen-Kette an ihrer Tür. Kaum hatten sie alles an die Türklinke gehängt, kamen Fräulein Mayer und Waldemar zurück. Die beiden Jungen konnten eben noch im Treppenhaus ein Stockwerk höher flüchten, als sie schon hören konnten, wie Waldemars lautes Schnuppern in freudiges Kläffen überging. Dann schmatzte er bald nur noch genüsslich. Von oben beobachteten sie den glücklichen Hund mit seinem lächelnden Frauchen.

So hatten Max und Sebastian ein Leuchten in die Adventszeit gebracht.


Die Geschichten stammen aus dem SingLiesel-Geschichten-Kalender von Linus Paul (Autor) und Nikolai Renger (Illustrationen); ISBN: 978-3-944360-81-2

mit freundlicher Genehmigung von

Montag, 12. Januar 2015

Studenten und Demenz

Hier ein durchaus lesenswerter, sehr ehrlicher mit einem gewissen Humor geschriebener Artikel einer Studentin / Zeit Online:

Es klingt alles heiter und wolkenlos, aber nur auf den ersten Blick:

http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2015-01/demenz-vater-pflege

/pk


Donnerstag, 4. Dezember 2014

Was machen wir 2015?

Der Plan für 2015 steht. Er ist vielseitig und anspruchsvoll.
Interessenten können sich gern informieren auf unserer Seite " Zukunftsmusik ".

Wir freuen uns auf das kommende Jahr und sind gespannt auf Neues und Unerwartestes, Herausforderungen und Alltägliches. Wir werden auch 2015 achtsam, respektvoll und tolerant mit uns und den anderen umgehen, an uns selbst denken und uns Auszeiten gönnen.
Ich persönlich wünsche mir, daß sich die Menschen wieder getrauen und lernen sollten, sich "einzumischen", nicht immer alles seinem Lauf überlassen müssen. Dieses Jeder-ist-ja-erwachsen-und-kann-für-sich-selbst-entscheiden erscheint mir an manchen Stellen hilfreich aber auch sehr behindernd zu sein und kann Gefühle verletzten, weil Hilfe-Signale nicht erkannt werden. Achtsamer und empathischer Umgang mit den Befindlichkeiten anderer Menschen ist für mich dabei die Grundlage. Sanftes Hinterfragen von Entscheidungen, miteinander -vielleicht unter vier Augen - Abwägen von Entscheidungen. Nicht einfach nur so hinnehmen, die Entscheidungen, sondern die Person, die sich dahinter verbirgt, sehen und erkennen. Ich kann mir gut vorstellen, daß so auch Konflikte besser erkannt und "gehändelt" werden könnten. Das sture Abhandeln von Dingen, Sachen und Geschehnissen nach dem Schema Geht-mich-garnix-an-ist-nicht-mein-Leben ist für mich so nicht mehr akzeptabel. Das sind für mich die Klischees/ Stigmata unserer Zeit und Berührungsängste mit den Gefühlen und Befindlichkeiten anderer Personen.
Naja, ist eben meine Ansicht. Und vielleicht kann ich durch meine eigenen Aktivitäten positive (Ver)Änderungen herbeischaffen. Vielleicht geht es anderen Mitmenschen ähnlich damit. Da würde ich mich auch über ein Feedback freuen.
copyright by petrakoczan / 4. Dez. 2014

Dienstag, 11. März 2014

Empathische Fähigkeiten gewünscht ...

...  Empathie  haben oder nicht?

Sie, die Empathie, ist ein überaus wichtiges Mittel für die Kommunikation schlechthin. Diese Fähigkeit der non-verbalen Gesprächsführung macht es Angehörigen leichter, den Erkrankten zu leiten und durch sein "neues" Leben zu führen. Natürlich ist das für alle Beteiligten eine echte Herausforderung - Mitfühlen und Nachempfinden, Verstehen und Akzeptanz - alles neben der Pflege und der Betreuung. Es ist der Schlüssel zum Menschen und nicht nur zum Demenzkranken. Ich erlebe es tagtäglich, dieses Sich-in Andere-Hineinversetzen. Es ist einfach genial, festzustellen, wie die Personen darauf reagieren. Sie reagieren gut, also positiv. Manchmal klappt es nicht, oder nicht gleich - Geduld ist ebenso gefragt. Warum hat denn Frau X. Angst, sieht auch noch ganz ängstlich drein und äußert das im weinerlichen Ton? Warum schreit Frau Y., so daß man zuerst denkt, daß sie Schmerzen hat? Warum reagiert nur Frau Z. meist unwirsch und abweisend, ist selten freundlich? Wieso ist Frau A. aggressiv, fordernd und läßt sich nicht leiten oder überzeugen, dies oder das zu tun oder auch nicht zu tun? Warum hat Herr B. Angst um seine Schuhe, trägt sie wiederkehrend in das Nachbarzimmer und behauptet es wäre der Keller? Desweiteren dekorieren manche Damen ihre Teller einfach um und stapeln die fertigen Brotviertel und den Belag kunstvoll übereinander, der Käse landet dann auch mal im Tee und der Salat im Saftglas. Manches mutet zuerst lustig an - ist es aber garnicht! 
Was, zum Henker, ist da schiefgelaufen? Was ist zu tun? Ordentlich im Befehlston zurechtweisen, daß man so etwas eben nicht macht, eine richtige "Ansage" machen gegenüber dem Kranken? Kann man durchaus ... hilft aber nicht oder nur kurzzeitig. Die kranken Menschen fühlen sich unverstanden, denn sie haben aus ihrer eigenen Sicht nichts Schlimmes getan, ja, in ihrer Welt ist das so völlig in Ordnung. Dieses Sich-in Andere-Hineinversetzen öffnet die Tür zum Erkrankten. Sich immer wieder fragen: Warum macht das derjenige so, warum verhält er sich so? Und wie komme ich an diese Informationen, die ich in dem Augenblick brauche? Hilfe gibt es da durch die sogenannte Biographiearbeit (sich das Leben/die Biographie des Erkrankten erstmal genauer ansehen und überlegen, wo er sich denn gerade befinden könnte ...), sich die Umgebung anschauen in der er sich befindet, Lichtverhältnisse prüfen, körperliches Wohlbefinden checken - wer sitzt schon gern nur im Pflegerollstuhl an ein und der selben Stelle im Raum und guckt zudem noch an eine Wand? Viellecht hilft tagsüber ein Platzwechsel, wo die Person einfach alles, was los ist, miterleben kann? Vielleicht kann sie noch gut und schön singen. Na, los doch! Oder Vorlesen? Was hindert uns daran, sie, die Person, für andere etwas vorlesen zu lassen? Eigentlich gibt es hundert verschiedene Möglichkeiten bei hundert Personen. Manchmal ist der Moment ausschlaggebend, ein anderes Mal sein Leben, seine Fähigleiten, Gewohnheiten und Fertigkeiten.
Auch Traurigkeit kann man zulassen, das Leben ist nicht nur lustig. Weinen? Warum nicht?
Angst haben? Auch ein menschliches Gefühl, zulassen ist erwünscht. Oder mögen Sie sich Ihre Angst verbieten lassen? Da bekommt man ja Angst vor der Angst, Angst zu bekommen ...
So oder ähnlich ist Empathie zu verstehen. Oder anders -  so verstehe ich das.
Und Sie, als Angehöriger oder Pflegepersonal oder Nachbar? Sind Sie zugänglich für die Gefühle, das Leben und die Umgebung demenzkranker Personen. Empathie ist kein Zauber, kein Hokuspokus und auch keine Vision aus der Zukunft. Hier und heute Gefühle zulassen. Das ist nicht schwer und kann fast jeder. Die Erkrankten belohnen uns mit Zuneigung, schöpferischer Energie, ungeahnten positiven Aktivitäten, Vertrauen, einem Lächeln oder ein paar netten verdrehten Worten. Das kommt sofort beim Gegenüber positiv an, wird aufgenommen, zurückgegeben, weitergegeben und kann Situationen enorm entspannen ...

nachempfunden by petrakoczan (copyright)







Montag, 4. November 2013

Ist der November schön?

"Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden." (Mark Twain)

Unser Ausflug nach Weimar/Schloss und Park Belvedere im September 2013

Im November diesen Spruch zu beherzigen fällt ganz und gar nicht leicht. 
Wie kann denn der November Schönheit aufweisen, mit der ich etwas anfangen kann? Die Farben sind doch grau, nicht bunt und fröhlich!
Nein, das sind sie wirklich nicht.
Dem November werden Tristess, Einsamkeit, Tod, Geisterspuk, Erkältungen, Langeweile, Dunkelheit, Nebel, Kälte, eine kahle Natur u. ä. Dinge nachgesagt. Wenn der Mond bei klarem Himmel scheint, wird es auch schon mal ordentlich klirrend kalt. Die Natur erscheint in Grau, Schwarz, Braun, manchmal in Weiss. Erster Schnee und Raureif läuten den Winter ein. Die Sonne läßt sich wenig blicken und ihr Weg am Himmel verläuft tiefer und tiefer. Sie schaut am späten Nachmittag nach Westen fahrenden Autofahrern frech direkt ins Gesicht und blendet sie ganz unverschämt. Meist aber wallen Nebel, die alles da draußen triefnass werden lassen. Es tropft ununterbrochen von Bäumen und Büschen, nasse Blätter schmieren unter den Schuhen beim Spaziergang und laden zum Ausrutschen ein. Die Autofahrt kann zur Schlitterpartie werden. Also, was ist dann denn bitteschön "schön"???
Na ja, die Sache fängt im Kopf an. Ich kann mir natürlich sagen: Der November ist großer Mist! Das hilft höchstens einer guten Depression auf die Füße - mir aber nicht! Gegen alle diese schlechten Eigenschaften des Novembers nehme ich mir auf jeden Fall genau das Gegenteil vor. Wie z.B. Fröhlichkeit, Geselligkeit, Leben, Gesundheit, Mitmachen beim Geisterspuk, Helligkeit, Sonne usw. Wie ich das für mich veranstalte? Das verrate ich nicht. Das darf jeder für sich selbst herausfinden, dann kann auch der November schöne Tage bieten.
Und außerdem: Wie will ich wissen, ob gerade dieser eine Tag der schönste in meinen Leben sein wird? Ein anderer könnte noch schöner werden ... Die Chance dafür habe ich jeden einzelnen Tag selbst in der Hand ...

Um der Tristess die Stirn zu zeigen haben wir uns folgendes vorgenommen:

Wir treffen uns am 14. November 2013 ab 16.30 Uhr im Café MIA, Brühlerstr. 39. 
Thema wird der Jahresplan für 2014 sein. Vorschläge sind dabei dringend erwünscht. Anmeldung auch erwünscht.

Treff im Dezember:
12.12.2013 - Weihnachtstreff in Töttelstedt, Anmeldung erforderlich

by petrakoczan